Prof. Dr. Gerd Fleischmann, Institut für Markt und Plan,
Johann Wolfgang Goethe - Universität Frankfurt am Main:
Einige
Hinweise zu den formalen Anforderungen beim Erstellen von Referaten,
Diplomarbeiten u.ä.
- Wenn, was bei den meisten der Fall sein dürfte, eine
Textverarbeitung zum Erstellen des Referats genutzt wird, so kann die
Verwendung der dann i.d.R. zur Verfügung stehenden
Rechtschreibprüfung nur empfohlen werden. Allerdings ist der
"Stand der Technik" in diesem
Bereich noch so niedrig, daß man den Text trotzdem nochmals der
Korrektur durch einen rechtschreibkundigen Menschen unterwerfen sollte.
Die Rechtschreibprüfung der Textverarbeitung findet eher typische
"Vertipper", während insbes. grammatikalisch falsche Sätze
(einschließlich Komma-Fehlern) Menschen eher auffallen.
- Wenn weiterhin auch die Möglichkeit des Blocksatzes genutzt
wird, so sollte man sich auch um eine Silbentrennung bemühen, um
nicht zu große Lücken zwischen den Wörtern zu erzeugen,
denn diese machen es anstrengender, den Text zu lesen.
- Ein Abkürzungsverzeichnis ist u.E. (das mag an anderen
Lehrstühlen anders gehandhabt werden!) nur bei der Verwendung
unüblicher Abkürzungen notwendig. Abkürzungen wie "u.a.",
"S.", "s.", "usw." usw. sollten nicht in ein Abkürzungsverzeichnis
aufgenommen werden, selbst wenn ein solches für
erklärungswürdige Abkürzungen erstellt wird.
- Wir akzeptieren sowohl die sog. amerikanische Zitierweise (im Text:
Nachname des Autors, Jahr und bei mehreren zitierten Veröffentlichungen
dieses Autors aus dem selben Jahr ein kleiner Buchstabe zur
Unterscheidung sowie gegebenenfalls die Seitenzahl(en)) als auch die
sog. deutsche Zitierweise, wie im Studienführer beschrieben
(Langzitierweise in einer Fußnote) sowie zur Not auch sinnvolle
Mischformen. Insbes. bei der amerikanischen Zitierweise ist es aber sehr
verwirrend, wenn z.B. Adam Smiths "Wealth of Nations" als "Smith 1974"
zitiert wird, nur weil man nach der deutschen Übersetzung von
Recktenwald zitiert. In diesem Fall sollte man das Jahr der
Originalausgabe kenntlich machen, z.B. durch: "Smith (1776) 1974".
- Bei der üblichen Numerierung der Gliederung mit "1", "1.1",
"1.1.1" usw. steht hinter der jeweils letzten Ziffer kein Punkt. Dies
ist auch in der entsprechenden Norm (DIN 1421 / 01.83; 3.1.2) so
festgelegt: "In einer Abschnittsnummer ist nur zwischen zwei Stufen ein
Punkt (.) als Gliederungszeichen zu setzen, demgemäß steht am
Ende einer Abschnittsnummer kein Punkt." (ebenda, S. 1; Hervorhebung im
Original).
- Eine Gliederung der Form 1; 1.1; 1.1.1; 1.2; 1.3 usw. ist sinnlos,
da der frei im Raum stehende Punkt 1.1.1 entweder mit unter 1.1 gefaßt
werden kann oder als 1.2 einzustufen ist.
- In der Typographie werden serifenlose Schriften (z.B. Arial) als
schlechter lesbar für lange Texte eingestuft. Aus diesem Grund
findet man auch nur höchst selten ein Buch, das mit einer
serifenlosen Schrift gesetzt ist. Die Serifen (wir bevorzugen als
Schrift "Times New Roman") bilden für das Auge beim Lesen eine
Linie, die das Nachführen der Augen erleichtert. Daher empfehlen
wir, die Referate in einer Serifen-Schrift zu schreiben.
Zuletzt aktualisiert: 29. Januar 1998 (1998-01-29)
Erstellt von Rainer H.
Rauschenberg
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