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Kapitalismus in der Krise - Serie zur Kritik an der Marktwirtschaft (Teil 8): Politischer Aktionismus mit bleibenden Schäden

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Source:
Number: 230
Pages: 6 -
Month: November
Year: 2008
Abstract: Zur gegenwärtigen Finanzkrise haben viele Ursachen beigetragen, wie die immens gestiegene Anzahl von immer komplexeren Finanzprodukten, die vielfältigen Interessenkonflikte in den Ratingagenturen, oder eine mögliche "Überdosierung" von Fremdkapital bei vielen Akteuren. Eine solche Aufzählung lässt die Frage nach der Gewichtung der Faktoren allerdings offen. Hätte der Einsatz komplexer Finanzprodukte auch ohne Konjunktureinbruch zum Stillstand großer Teile des Finanzsystems geführt? Inwieweit wird die Rezession durch eine "Kreditklemme" verschärft? Aus gesamtwirtschaftlicher Perspektive ist ja entscheidend, in welchem Umfang Verwerfungen im Finanzsystem reale Konsequenzen haben und nicht nur zu einem Vermögenstransfer führen. Eine Beantwortung der Frage, was im Finanzsystem "schiefgelaufen" ist, ist daher verfrüht. Trotzdem ist es nötig, in der Frage nach den Ursachen der Krise bereits jetzt Stellung zu beziehen. Denn es droht ein politisch motivierter Aktionismus mit bleibenden Schäden. Gemeint sind nicht die Notaktionen von Notenbanken und Regierungen, sondern die hastigen Regulierungsinitiativen, mit denen die Politik das Momentum nutzen will, um im Schnellverfahren der Öffentlichkeit Ursachen und Konsequenzen zu präsentieren.
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