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Die zentralen Forschungsgegenstände der Wirtschaftsinformatik in den nächsten zehn Jahren

von Wolfgang Koenig, Armin Heinzl and Ansgar von Poblotzki



Prof. Dr. Wolfgang Koenig, Ansgar von Poblotzki

Institut für Wirtschaftsinformatik

Johan Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt/Main

Mertonstraße 17

60054 Frankfurt

E-mail: Prof. Dr. Wolfgang König
Ansgar von Poblotzki

Telefon: 069 / 7982-3318

Fax: 069 /7982-8585

Dr. Armin Heinzl

Hochschule für Unternehmensführung

Heerstraße 52

56179 Vallendar

E-mail: heinzl@whu-koblenz.de

Telefon: 0261 / 68430

Fax: 0261 / 6509111


Abstract: This Delphi Survey identifies research topics critical to the advancement of Business Information Systems Science over the next ten years. The distinguished panel of thirty experts from universities and field regards a move towards organizational theory as a promising mean of promoting the growth of Business Information Systems Science.

Key words: Delphi Technique, Business Information Systems Science, Organization, Information Management, Information Science.

Zusammenfassung: Diese Delphi-Studie versucht die Frage zu beantworten, welche Forschungsgegenstände die Wirtschaftsinformatik in den nächsten zehn Jahren untersuchen soll, wenn sie ihre Wettbewerbsposition gegenüber der Betriebswirtschaftslehre und der Informatik halten oder ausbauen will. Hierzu wurden dreißig Fachvertreter der Wirtschaftsinformatik, der Informatik, der Betriebswirtschaftslehre und der Praxis befragt.

Stichworte: Delphi-Technik, Wirtschaftsinformatik, Organisationslehre, Informationsmanagement, Informationswissenschaft.


    1.Einleitung
    2.Forschungsmethodik und Untersuchungsverfahren
    3.Befunde
      3.1.Die globale Ausrichtung der Wirtschaftsinformatik
      3.2.Die spezielle Ausrichtung der Wirtschaftsinformatik
        3.2.1.Die Ausrichtung als Wissenschaft mit starkem Bezug zur Organisationslehre
          3.2.1.1.Die Individualebene
          3.2.1.2.Die Arbeitsgruppen-, Abteilungs- und Unternehmensebene
          3.2.1.3.Die Markt- und Gesellschaftsebene
        3.2.2.Die Ausrichtung als Wissenschaft mit starkem Bezug zur funktionalen Betriebswirtschaftslehre
        3.2.3.Die Ausrichtung als Wissenschaft mit starkem Bezug zur Informationswissenschaft
        3.2.4.Die Ausrichtung als Wissenschaft mit starkem Bezug zur Innovationswissenschaft
        3.2.5.Die Ausrichtung als Wissenschaft mit starkem Bezug zur Systementwicklung
    4.Schlußfolgerungen
      4.1.Zur Validität und Reliabilität der Ergebnisse
      4.2.Vergleich der Befunde mit anderen Erhebungen
    5.Zusammenfassung
    6.Literatur
    7.Liste der Mitglieder des Panel

1. Einleitung

Die Wirtschaftsinformatik vollzog in den letzten 20 Jahren als Lehr- und Forschungsdisziplin[1] eine schnelle Entwicklung. Sie hat sich bis heute an 64 Universitäten und 29 Fachhochschulen der Bundesrepublik Deutschland, Österreich und Schweiz als Wahlfach oder spezielle Betriebswirtschaftslehre etabliert. Nach älteren Quellen sind an mindestens 11 Universitäten und 4 Fachhochschulen eigenständige Studiengänge eingerichtet worden [MERT92A] [BISCH90], so daß die Wirtschaftsinformatik als selbständiges Lehrfach neben ihre "Mutterdisziplinen" Wirtschaftswissenschaften/Betriebswirtschaftslehre und Informatik tritt[2].

Die Begriffskombination "Wirtschaft" und "Informatik" deutet gleichermaßen Chancen und Risiken dieser neuen Disziplin an. Die Chancen können darin gesehen werden, die Vorteile der beiden Mutterdisziplinen zu kombinieren [MERT92B] und vermeintliche Nachteile zu umgehen. Einerseits soll eine an der Wirtschaftspraxis orientierte und gleichwohl informationstechnisch- methodisch fundierte Ausbildung geleistet werden. Andererseits ist man bestrebt, durch die Kombination der beiden Denkschulen innovative Forschungsansätze zu erhalten, die zu neuen Erkenntnissen führen.

In der Literatur wird auch die Rolle der Wirtschaftsinformatik als Verbindungsglied zwischen der Betriebswirtschaftslehre und der Informatik beschrieben. Die schnellen Fortschritte auf beiden Seiten implizieren neue Herausforderungen an die Wirtschaftsinformatik [SCHEER93]. Damit stellen sich die Fragen, in welche Richtung sich die Wirtschaftsinformatik entwickeln wird bzw. in welche Richtung sie sich entwickeln soll. Diese Thematik steht im Mittelpunkt einer Untersuchung, deren Methodik, einen Teil der Befunde und deren Interpretation nachfolgend behandelt werden.

Zur Untersuchung der zukünftigen Entwicklungsrichtung der Wirtschaftsinformatik werden folgende Annahmen getroffen: (a.) Die Wirtschaftsinformatik ist eine eigenständige Forschungsdisziplin. Hierfür spricht z.B., daß derzeit bereits das zweite Schwerpunktprogramm der Wirtschaftsinformatik von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert wird [KÖNIG94]. (b.) Für die Wirtschaftsinformatik als wissenschaftliche Lehrdisziplin ist die Forschung der wichtigste Entwicklungstreiber, da ihr durch die enge Verknüpfung mit der Lehre nach dem Humboldt'schen Bildungsideal eine herausragende Stellung zukommt.

Forschung und Lehre finden auf Märkten mit begrenzten Mitteln statt (z.B. Finanzmittel, Anzahl der Professuren, Anzahl der Studenten). Es liegt somit nahe, das Denkmodell des Wettbewerbs der Untersuchung zugrundezulegen. Da von der Begründung neuer Vorhaben bis hin zur Erzielung und Anwendung neuer Erkenntnisse mehrere Jahre vergehen, soll eine langfristige Sichtweise von zehn Jahren eingenommen werden. Die Ausgangsfragestellung lautet:

- Welche Forschungsgegenstände muß die Wirtschaftsinformatik in den nächsten zehn Jahren untersuchen, wenn sie ihre Wettbewerbsposition gegenüber der Betriebswirtschaftslehre und der Informatik halten oder ausbauen will?

Die Hypothese lautet, daß die jüngsten und aktuell gepflegten Forschungsgegenstände der Wirtschaftsinformatik diejenigen sind, die hierfür in Frage kommen, da z.B. wegen bereits laufender Promotionsprojekte Forschungsgegenstände nicht kurzfristig geändert werden können.

2. Forschungsmethodik und Untersuchungsverfahren

Im Rahmen des vorliegenden Untersuchungsproblems handelt es sich um eine qualitative Problemstellung, für die eine Reihe grundlegender Verfahren in Betracht kommt [ERFF84]: Interaktionsverfahren, Konsensverfahren, Nominal Group Technique und die Delphi- Methode. Alle Verfahren unterstellen, daß die Ergebnisse von Gruppenbewertungen aufgrund einer größeren Informationsmenge qualitativ besser sind als individuelle Bewertungen [LAUX79]. [SALAS81], [BOJE82], [ERFF84] sowie [HORN94] können anhand praktischer Anwendungen und Laborexperimente nachweisen, daß der Einsatz der Delphi- Methode bei Folgenabschätzungs- und Bewertungsproblemen zu einer vergleichsweise hohen Ergebnisqualität und Präzision führt.

Die Delphi- Methode wurde von [DALKE66] als Prognoseverfahren entwickelt und hat seitdem zahlreiche Anwendungen erfahren, die u.a. Probleme der Entscheidungsfindung und Bewertung komplexer Phänomene beinhalten [LINTUR75]. Eine "klassische" Delphi- Studie besteht aus einer Folge schriftlicher Befragungen. Jede dieser Befragungen wird auch als Runde bezeichnet. In jeder Runde stellt ein um die verdichteten Ergebnisse der letzten Runde sukzessiv erweiterter Fragebogen das Kommunikationsmedium dar. Der Begriff "Fragebogen" ist dabei nicht erschöpfend, da in diesem Dokument auch die Position aller Teilnehmer sowie Argumente für und gegen spezifische Positionen enthalten sind. Alle Teilnehmer bilden das sogenannte Panel, das durch ausgewiesene Experten besetzt wird.

Eine "klassische" Delphi- Folge beginnt in der Regel unstrukturiert auf der Basis offener Fragen. Im vorliegenden Fall werden die Teilnehmer dabei gebeten, die aus ihrer Sicht wichtigsten Forschungsgegenstände schriftlich niederzulegen. Die "Fragebögen" werden dann vom Moderatorenteam gesammelt und zu einem neuen Dokument zusammengefaßt, indem die Aussagen der Teilnehmer in geschlossene Fragen überführt werden. Hierbei erfolgt mittels semantischer Textanalysen[3] [HUBMA75] eine Zusammenführung ähnlicher Aussagen; irrelevante Aussagen entfallen, um die Beiträge übersichtlich zu halten. Das neue Dokument mit den zusammengefaßten Ergebnissen wird dann den Teilnehmern in der zweiten Runde zur Vervollständigung, Bewertung und Kommentierung vorgelegt. Darauf aufbauend entwickelt das Moderatorenteam das Dokument für die dritte Runde, in der nun statistisches Datenmaterial zur Verdeutlichung der Positionen des gesamten Panels mitgegeben wird. Dieser Prozeß wird solange durchgeführt, bis Konsens unter den Teilnehmern erreicht wird oder die Antworten der Teilnehmer sich nicht mehr von den Antworten der Vorrunde unterscheiden [SCHEIB75]. Im allgemeinen tritt dies nach drei bis vier Runden ein [MARTI83]. In den USA wurde diese Vorgehensweise bereits von [SAUND92], [NIEDE91], [BRAN87] sowie [HEISRI95] angewendet.

Die vorliegende Untersuchung wurde im Zeitraum vom Mai bis September 1994 durchgeführt. Von 40 Experten aus Wissenschaft und Praxis nahmen 30 Personen die Einladung zur Teilnahme an der Studie an (75%)[4]; die Absagen wurden durchweg mit Terminproblemen begründet. Von den 30 Teilnehmern sind sieben aus Unternehmen und 23 Teilnehmer gehören einer Universität an, wobei diese sich in 14 Wirtschaftsinformatiker, vier Informatiker und fünf Betriebswirte aufteilen. Die Ausfallrate beläuft sich am Ende der Delphi- Folge auf 13,3%, d.h. vier Teilnehmer brechen während der Studie ihre Mitarbeit ab.

Nachfolgend werden die wichtigsten Ergebnisse der Untersuchung dargestellt. Abweichend von herkömmlichen Delphi- Studien wird auf semantische Differentiale (Likert- Skalen) zur Generierung statistischer Hilfsgrößen verzichtet. Dagegen greifen wir auf Rangreihenfolgefragen zurück. Durch diese Vorgehensweise, die auch von [NIEDE91] sowie [MALH93] praktiziert wird, sollen die Teilnehmer einerseits zu einer bewußteren Abwägung der einzelnen Forschungsgegenstände gezwungen werden, andererseits zielt diese Vorgehensweise darauf ab, die qualitative Diskussion der Entwicklung der Wirtschaftsinformatik zu stimulieren. Jeder Teilnehmer, dessen Einschätzung außerhalb des mittleren Quartilsabstands liegt, muß begründen, warum er glaubt, daß seine Prognose richtig und die der Mehrheit des Panels falsch ist.

3. Befunde

In Beantwortung der eingangs genannten Eröffnungsfrage entwickeln die Teilnehmer der Studie eine Vielzahl von Beiträgen. Diese werden nach der ersten Runde geordnet und klassifiziert. In der zweiten Runde wird den Experten verlangt, sowohl die Klassen hinsichtlich ihrer globalen Bedeutung zu bewerten als auch die konkreten Forschungsgegenstände je Klasse zu betrachten. Insofern entsteht eine hierarchische Untersuchungsanordnung, die aufgrund der noch zu diskutierenden Vielzahl von Nennungen im Zusammenhang mit der Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft mit starkem Bezug zur Organisationslehre sogar noch weiter unterteilt wird.

Im nachfolgenden Abschnitt sollen nun die wichtigsten Forschungsgegenstände erörtert werden. Die Delphi-Methode bietet dabei den Vorteil, daß Kommentare der Experten erklärende Hinweise auf die Bedeutung der einzelnen Gegenstände liefern. Wir gehen wie folgt vor:

- Die wichtigsten Nennungen werden anhand ihres durchschnittlichen Rangplatzes (mean) und ihrer Standardabweichung (std) am Ende der Delphi-Folge (Runde 4) dargestellt.

- In Ergänzung sind die qualitativen Beiträge aller Runden angegeben, die die Ausprägungen der Ränge der einzelnen Forschungsgegenstände erklären.

- Wir ziehen Korrelations- bzw. Faktorenanalysen heran, um signifikante Zusammenhänge zwischen den Variablen zu identifizieren. Sie helfen, bestimmte Kommentare zu verifizieren bzw. falsifizieren. Somit können sie die Interpretationsgrundlage verbreitern.

- Mit Hilfe einfaktorieller Varianzanalysen wird untersucht, ob bestimmte Kontrollvariablen das Urteil der Teilnehmer signifikant beeinflussen. Als Kontrollvariablen werden der berufliche Hintergrund ("Universitätsangehörige" vs. "Praktiker"), das Alter ( < 50 Jahre vs. >= 50 Jahre ), die Ausbildung ("Betriebswirte" vs. "Nicht-Betriebswirte") sowie die Erfahrung der Teilnehmer im Fachgebiet Wirtschaftsinformatik (< 15 Jahre vs. >= 15 Jahre) untersucht.

Bei der Anwendung des multivariaten Instrumentariums ist zu berücksichtigen, daß die Antworten von Runde 2 als Datenbasis herangezogen werden. Sie ist die einzige Runde, in der die Daten in unabhängiger und die Nennungen in vollständiger Form vorliegen. Nach der dritten Runde wurde die Anzahl der untersuchten Variablen auf die jeweils ersten fünf Nennungen reduziert, um den Umfang des sich sukzessive verlängernden "Fragebogens” zu begrenzen und eine Fokussierung auf die wichtigsten Forschungsgegenstände zu erreichen. Dieser Schnitt hat Implikationen für die Interpretationen der "unteren" Rangplätze. Ein fünfter Rang ist nicht unwichtig oder unbedeutend, sondern im Vergleich zu den vor ihm plazierten Rängen vergleichsweise weniger bedeutend.

3.1. Die globale Ausrichtung der Wirtschaftsinformatik

Die Abschlußauswertung ergab folgendes Bild der Einschätzung der Teilnehmer über die globale Ausrichtung der Wirtschaftsinformatik (siehe Tabelle 1).

Die globale inhaltliche Ausrichtung der Wirtschaftsinformatikmean R2[5] std R2 [6] mean R3std R3mean R4std R4
eine Wissenschaft mit starkem Bezug zur Organisationslehre, die versucht, den Aufbau und die Abläufe sozio-technischer Systeme zu beschreiben und zu optimieren3,192,181,881,271,881,53
eine funktionale Betriebswirtschaftslehre, die vornehmlich die Funktion der betrieblichen Datenverarbeitung / Informationsverarbeitung im Unternehmen erforscht (z.B. Informationsverarbeitung als Querschnittsfunktion)3,592,353,251,812,681,26
eine Informationswissenschaft, die versucht, die Ökonomie des Leistungsfaktors Information und seine gezielte Bereitstellung zu erforschen3,962,353,711,813,121,11
eine Innovationswissenschaft, die sich mit der Definition von Anforderungen an die Informations- und Kommunikationstechnik beschäftigt und damit verbundene Produkte und Verfahren in die Unternehmen einführt4,041,824,251,643,681,16
eine Wissenschaft zur Systementwicklung, die versucht, die Erstellung und Pflege computergestützter Anwendungssysteme zu optimieren4,221,894,671,374,041,25
eine institutionale Betriebswirtschaftslehre, die versucht, die unterschiedlichen Anwendungssysteme für Branchen und/oder Unternehmenstypen (z.B. private, öffentliche und gemeinnützige Betriebe) zu beschreiben und zu optimieren5,002,095,711,79- -- -
eine Ingenieurwissenschaft, die sich mit der Entwicklung und Erprobung relevanter Basistechnologien beschäftigt6,562,156,922.00- -- -
eine Lehre der Beschreibung von Architekturen 6,632,136,922,16- -- -
eine pädagogische Wissenschaft, die versucht, spezifische Lehrmethoden (Didaktiken) herauszuarbeiten8,261,048,831,65- -- -
eine Spezialisierungsmöglichkeit innerhalb der Informatik- -- - 8,062,66- -- -
Tabelle 1: Die globale inhaltliche Ausrichtung der Wirtschaftsinformatik

Der starke Bezug zur Organisationslehre ist in den Augen eines Teilnehmers "wichtig, eröffnet aber kaum Perspektiven für eine eigenständige Positionierung". Ein anderer Experte drückt diesen Sachverhalt noch deutlicher aus, indem er den Vorschlag unterbreitet, die vorliegende Ausrichtung in "eine spezielle Organisationslehre" umzubenennen. Wiederum ein anderer Teilnehmer gibt zu bedenken, daß der Bezug zur Organisationslehre "erst hinsichtlich der Anwendungsformen und -gestaltung zum Tragen" kommt. Trotz dieser kritischen Hinweise stufen die Teilnehmer des Panels diese Ausrichtung auf den ersten Rang ein.

Im Zusammenhang mit dem zweiten Rangplatz wird von den Teilnehmern, die diese hohe Plazierung ablehnen, darauf hingewiesen, daß die Wirtschaftsinformatik "gerade eine funktionale Betriebswirtschaftslehre zugunsten der geschäftsprozeßorientierten Betriebswirtschaftslehre aufgeben" soll. Ein anderer Experte sieht den hohen Rang "im krassen Widerspruch zum interdisziplinären Ansatz der Wirtschaftsinformatik". Insbesondere die Teilnehmer mit einer kurzen Berufserfahrung auf dem Gebiet der Wirtschaftsinformatik scheinen diesen qualitativen Einschränkungen nicht zu folgen. Sie stufen die vorliegende Ausrichtung signifikant höher (mean = 2,88) ein als die Teilnehmer mit einer eher langfristigen Erfahrung (mean = 4,80) [F = 4,62; p < 0,0415][7].

Bezüglich der Ausrichtung Der Wirtschaftsinformatik als Innovationswissenschaft wird "die Einführung neuer Produkte und Verfahren als wissenschaftliche Aufgabe angezweifelt". Insofern läßt sich der durchschnittliche Rangplatz ansatzweise erklären.

Außerdem ist auffallend, daß der Positionierung der Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft zur Beschreibung von Architekturen eine relativ niedrige Bedeutung beigemessen wird. Dieser Aspekt wird nach der dritten Runde von der Diskussion ausgeschlossen. Bei einer genaueren Analyse des Datenmaterials wird deutlich, daß diese Nennung signifikant vom fachlichen Hintergrund der Teilnehmer beeinflußt wird. Teilnehmer mit betriebswirtschaftlichem Hintergrund messen dieser Ausrichtung eine weitaus niedrigere Bedeutung (mean = 7,88) bei als die Teilnehmer mit nicht-betriebswirtschaftlichem Hintergrund (mean = 4,82) [F = 24,81; p = 0,0000].

3.2. Die spezielle Ausrichtung der Wirtschaftsinformatik

3.2.1. Die Ausrichtung als Wissenschaft mit starkem Bezug zur Organisationslehre

Innerhalb der Ausrichtung der Wirtschaftsinformatik als eine Wissenschaft mit einem starken Bezug zur Organisationslehre werden so viele Forschungsgegenstände diskutiert, daß im Anschluß an die erste Runde die relevanten Beiträge in weitere Ebenen unterteilt werden (siehe Tabelle 2).

Die Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft mit starkem Bezug zur Organisationslehremean R2std R2mean R3std R3mean R4std R4
Arbeitsgruppen-, Abteilungs- und Unternehmensebene2,410,681,040,201,150,36
Individualebene1,150,362,250,602,380,68
Markt- und Gesellschaftsebene2,440,572,580,573,080,62
Prozeß-/Ablauf-Ebene - -- -- -- -3,351,07
Tabelle 2: Die Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft mit starkem Bezug zur Organisationslehre

Mehrere Teilnehmer vertreten die Ansicht, daß die vorgenommene Hierarchisierung der Ebenen Überschneidungsprobleme aufwirft. Trotz einiger Beiträge, die diese Problematik diskutieren, wird der einzige konkrete Lösungsversuch, die Einführung der Prozeß- / Ablauf- Ebene in Runde vier, auf den vierten Platz verwiesen. Interessant ist der Tatbestand, daß Forschungsgegenstände auf der Individualebene in Runde zwei noch auf Platz eins gesetzt werden, jedoch in den Runden drei und vier auf Platz zwei zurückfallen. In diesem Zusammenhang fragt ein Teilnehmer, wie "die Wirtschaftsinformatik auf einem tragfähigen Fundament aufbauen soll, wenn sie sich nicht zuerst und primär um die Individualebene kümmert".

3.2.1.1. Die Individualebene

Die Abschlußauswertung ergab folgendes Bild der Einschätzungen der Teilnehmer über die Forschungsgegenstände der Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft mit starkem Bezug zur Organisationslehre auf der Individualebene (siehe Tabelle 3).

Die Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft mit starkem Bezug zur Organisationslehre auf der Individualebenemean R2std R2mean R3std R3mean R4std R4
Untersuchung der Arbeitsteilung zwischen Mensch und Maschine2,541,602,120,951,650,87
Untersuchung der Mensch-Maschine-Schnittstelle bzw. Mensch-Maschine-Interaktion2,501,392,121,182,190,79
Beteiligung der Anwender bei der Entwicklung/Einführung neuer Anwendungssysteme3,121,692,721,432,621,04
Untersuchung des Anwenderverhaltens3,271,193,481,023,650,92
Motivationsforschung in Bezug auf die Anwender4,381,304,760,764,770,58
Heimarbeit am Computer (Telecommuting)5,191,115,800,49- -- -
Tabelle 3: Die Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft mit starkem Bezug zur Organisationslehre auf der Individualebene

Hinsichtlich der Arbeitsteilung zwischen Mensch und Maschine zeigt eine Analyse des Datenmaterials, daß dieser Forschungsgegenstand insbesondere von Teilnehmern, die einer Universität angehören, signifikant höher (mean = 2,16) eingestuft wird als von Experten aus der Praxis (mean = 3,57) [F = 4,36; p < 0,0475].

Im Hinblick auf die Untersuchung der Mensch-Maschine-Schnittstelle bzw. -Interaktion weist ein Teilnehmer darauf hin, daß dieser Forschungsgegenstand die Beteiligung der Anwender, die Untersuchung des Anwenderverhaltens und die Erforschung der Motivation der Anwender umfaßt. Für die Anwenderbeteiligung und das Anwenderverhalten läßt sich dieser Zusammenhang mittels einer Faktorenanalyse bestätigen. Die Mensch-Maschine-Schnittstelle steht in einem negativen Zusammenhang mit diesen Gegenständen. Offensichtlich ist ihre Untersuchung eine Voraussetzung für die beiden anderen Aspekte, so wie von einem Mitglied des Panels hypothetisiert wurde. Die Motivationsforschung korreliert jedoch negativ mit der Arbeitsteilung (rS = -0,45, p < 0,01)[8]. Insofern ist sie wohl keine Folge der Schnittstelle selbst, sondern der Arbeitsteilung. Der Stellenwert der Untersuchung der Mensch-Maschine-Schnittstelle bzw. -Interaktion wird vom Alter der Experten beeinflußt. Während die vergleichsweise jüngeren Teilnehmer diesem Aspekt weniger Bedeutung beimessen (mean = 3,07) , stufen die älteren Teilnehmer diesen Gegenstand signifikant höher ein (mean = 1,86) [F = 5,86, p<0,0235]. Da dieser Gegenstand die Wirtschaftsinformatik bereits seit Beginn ihrer Entwicklung begleitet, scheinen die älteren Teilnehmer seine Bedeutung höher einzuschätzen. Eine andere Hypothese besteht darin, daß jüngere Teilnehmer bereits als Kinder oder Jugendliche mit modernen Benutzeroberflächen in Berührung kamen und deren Anwendung von Grund auf lernten

3.2.1.2. Die Arbeitsgruppen-, Abteilungs- und Unternehmensebene

Die Abschlußauswertung ergab folgendes Bild der Einschätzungen der Teilnehmer über die Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft mit starkem Bezug zur Organisationslehre auf der Arbeitsgruppen-, Abteilungs- und Unternehmensebene (siehe Tabelle 4).

Die Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft mit starkem Bezug zur Organisationslehre auf der Arbeitsgruppen-, Abteilungs- und Unternehmensebenemean R2std R2mean R3std R3mean R4std R4
Beschreibung und Optimierung von Geschäftsprozessen (Business Process Reengineering)3,221,752,241,341,620,79
Wechselwirkungen von Informations- und Kommunikationstechnik und Unternehmensorganisation3,372,542,361,471,921,14
neue Organisationsformen aufgrund neuer Technologien3,932,292,921,382,690,67
Work Flow Management4,811,794,801,674,040,52
computergestützte Gruppenarbeit (CSCW)4,811,874,961,594,770,42
Anpassung der Anwendungssysteme an die Umweltdynamik (Flexibilität)4,962,195,601,79- -- -
evolutionäre Systementwicklung5,222,366,361,55- -- -
verteilte Informationssysteme5,442,106,681,69- -- -
Tabelle 4: Die Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft mit starkem Bezug zur Organisationslehre auf der Arbeitsgruppen-, Abteilungs- und Unternehmensebene

Während der nicht gerade intensiven Diskussion wird angefragt, "was die Antwortmöglichkeiten mit Wirtschaftsinformatik zu tun haben". Zwei Teilnehmer rechnen die Beschreibung und Optimierung von Geschäftsprozessen "eher als Aufgabe der Organisationslehre" zu und bezeichnen diesen Forschungsgegenstand als "modisch bedingt". Dennoch besitzt dieser Gegenstand den höchsten durchschnittlichen Rang.

Die Wechselwirkungen zwischen Informations- und Kommunikationstechnik und Unternehmensorganisation werden vom Hintergrund und von der Erfahrung der Teilnehmer im Fachgebiet Wirtschaftsinformatik beeinflußt. Während die Angehörigen von Universitäten diesem Gegenstand eine niedrige Relevanz beimessen (mean = 4,10), schätzen ihn die Praktiker von großer Bedeutung ein (mean = 1,29) [F = 7,71; p < 0,0103]. Insofern scheint die Praxis das Veränderungspotential von Informations- und Kommunikationstechnik besonders stark zu betonen. Zusätzlich stufen die Teilnehmer, die auf dem Gebiet der Wirtschaftsinformatik weniger als 15 Jahre Erfahrung haben, diesen Forschungsgegenstand signifikant höher ein (mean = 2,41) als Teilnehmer mit mehr als 15 Jahren Erfahrung (mean = 5,00) [F = 7,98; p < 0,0092]. Für die erfahrenen Wirtschaftsinformatiker scheinen die Wechselwirkungen weniger Neuheitswert zu besitzen. Offensichtlich führte die historisch bedingte Entkoppelung von Wirtschaftsinformatik und Organisationslehre zu einer Vernachlässigung der Wechselwirkungen. Erfahrene Wirtschaftsinformatiker, die sich dieses Zusammenhangs noch eher bewußt sind, schätzen diesen Gegenstand daher im Vergleich geringwertiger ein.

Beim Work Flow Management beeinflußt das Alter der Teilnehmer die Beurteilung. Während die jüngeren Experten diesem Gegenstand eine geringe Bedeutung beimessen (mean = 5,53), stufen die älteren Teilnehmer diesen Aspekt vergleichsweise wichtiger ein (mean = 3,92) [F = 6,35; p < 0,0185]. Unter Umständen tritt auch hier für die jüngeren Teilnehmer der vorgenannte Entkoppelungseffekt zwischen Wirtschaftsinformatik und Organisationslehre in Erscheinung.

3.2.1.3. Die Markt- und Gesellschaftsebene

Die Abschlußauswertung ergab folgendes Bild der Einschätzungen der Teilnehmer über die Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft mit starkem Bezug zur Organisationslehre auf der Markt- und Gesellschaftsebene (siehe Tabelle 5).

Die Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft mit starkem Bezug zur Organisationslehre auf der Markt und Gesellschaftsebenemean R2std R2mean R3std R3mean R4std R4
Interorganisatorische Informationssysteme1,810,901,440,751,150,53
virtuelle Unternehmen2,481,202,320,972,380,74
elektronische Märkte2,780,962,840,673,040,52
Standardisierung von Systemeigenschaften2,811,163,400,983,420,97
Tabelle 5: Die Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft mit starkem Bezug zur Organisationslehre auf der Markt und Gesellschaftsebene

Analysiert man das qualitative Datenmaterial, so fehlen Hinweise auf die hohe Bedeutung interorganisatorischer Informationssysteme. Den virtuellen Unternehmen wird als Forschungsgegenstand vorgeworfen, daß die Begriffsdefinition unscharf und das ganze Phänomen ein Modethema ist. Es wird kritisiert, daß die "Abgrenzung zum Unternehmensbegriff zu schwierig ist". Zudem ist der Unternehmensbegriff "zu bedeutsam, als daß man ihn virtualisieren sollte". Eine "Theorie virtueller Unternehmen ist nicht erkennbar". Dennoch wird dieser Gegenstand auf den zweiten Rang eingestuft.

Der Vorwurf eines Modethemas wird auch gegen die elektronischen Märkte erhoben. Ein Teilnehmer weist zudem daraufhin, daß die Standardisierung von Systemeigenschaften die "Voraussetzung für elektronische Märkte" ist. Beide Forschungsgegenstände stehen in der Tat in einem statistischen Zusammenhang (rS = -0,45, p < 0,001). Da Korrelationsanalysen über die Richtung der Kausalität jedoch keine Hinweise auf den Zusammenhang geben, können hier nur Vermutungen angestellt werden: Während ein Teil der Teilnehmer die elektronischen Märkte als bedeutsamer einstuft als die Standardisierung, bewertet ein anderer Teil der Teilnehmer diesen Tatbestand gerade in umgekehrter Rangfolge. Man kann argumentieren, daß jene Teilnehmer, die die Bedeutung der Standardisierung höher einschätzen, den Voraussetzungscharakter erkannt haben. Jene Teilnehmer, die dagegen elektronische Märkte als wichtiger erachten, könnten der Auffassung sein, die Standardisierungsproblematik sei bereits ausreichend gelöst. Unter diesen Annahmen kann die Erforschung der Standardisierung in der Tat eine Voraussetzung für die Erforschung elektronischer Märkte darstellen.

3.2.2. Die Ausrichtung als Wissenschaft mit starkem Bezug zur funktionalen Betriebswirtschaftslehre

Die Abschlußauswertung ergab folgendes Bild der Einschätzungen der Teilnehmer über die Wirtschaftsinformatik als funktionale Betriebswirtschaftslehre (siehe Tabelle 6).

Die Wirtschaftsinformatik als funktionale Betriebswirtschaftslehre mean R2std R2mean R3std R3mean R4std R4
Management der betrieblichen Informationsverarbeitung2,501,762,001,571,380,62
Entwicklung von Instrumenten zur Planung, Steuerung und Kontrolle der betrieblichen Informationsverarbeitung3,232,023,002,042,190,79
Messung des ökonomischen Beitrags (Wertschöpfung) computergestützter Anwendungssysteme3,922,342,961,482,921,03
Aufbau- und Ablauforganisation der betrieblichen Informationsverarbeitung4,382,154,481,633,920,62
Dezentralisation der betrieblichen Informationsverarbeitung4,811,865,441,584,770,70
Schnittstelle Informationsverarbeitung-Planung und Unternehmensplanung4,811,885,601,90- -- -
Eigenerstellung versus Fremdbezug der Leistungen der betrieblichen Informationsverarbeitung5,772,026,761,61- -- -
Management des Systembetriebs und Facilities Management6,121,897,801,17- -- -
Informationsmanagement als Management der Erfolgssteigerung und Potentialvergrößerung- -- - 6,842,28- -- -
Tabelle 6: Die Wirtschaftsinformatik als funktionale Betriebswirtschaftslehre

Hinsichtlich der hohenBedeutung des Management der betrieblichen Informationsverarbeitung gibt ein Teilnehmer zu bedenken, daß diese Variable "so allgemein formuliert ist, daß sie fast zwangsläufig ganz oben steht". Eine Faktorenanalyse bestätigt diese Aussage. Ihre Durchführung führt zu einer 4-Faktoren-Lösung, wobei das Management der betrieblichen Informationsverarbeitung alleine auf einen Faktor lädt.

Bezüglich der Messung des ökonomischen Beitrags computergestützter Informationssysteme gehen die Meinungen auseinander. Ein Teilnehmer vertritt die Ansicht, daß "in der Praxis große Unsicherheit über die Wertschöpfung von Informationstechnologien herrscht" und kritisiert die allenfalls durchschnittliche Bedeutung dieser Variable. Eine einfaktorielle Varianzanalyse zeigt, daß die Experten aus der Praxis diesem Forschungsgegenstand eine vergleichsweise höhere Bedeutung beimessen (mean = 2,17) als die Angehörigen von Universitäten (mean = 4,56) [F = 5,47; p < 0,0288].

3.2.3. Die Ausrichtung als Wissenschaft mit starkem Bezug zur Informationswissenschaft

Die Abschlußauswertung ergab folgendes Bild der Einschätzungen der Teilnehmer über die Wirtschaftsinformatik als Informationswissenschaft (siehe Tabelle 7).

Die Wirtschaftsinformatik als Informationswissenschaftmean R2std R2mean R3std R3mean R4std R4
Informationsmanagement (im Gegensatz zu Informationssystemmanagement)1,540,631,240,511,150,46
Nutzung des Leistungsfaktors Information2,190,832,160,542,120,51
Information Engineering2,270,812,600,692,720,53
Tabelle 7: Die Wirtschaftsinformatik als Informationswissenschaft

In der Diskussion wird auf die "Mehrdeutigkeit eines Begriffs bzw. aller aufgeführten Begriffe" sowie auf die "Möglichkeit, daß jeder seine eigene Definition habe", hingewiesen. Insofern muß von semantischen Unschärfen ausgegangen werden, die die Interpretation des Ergebnisses erschweren. In bezug auf das Informationsmanagement vertritt ein Teilnehmer die Ansicht, daß die "Wirtschaftsinformatik sich erheblich übernimmt, wenn sie sich als Ausprägung einer Informationsökonomie verstehen will". Aufgrund der wenigen Beiträge kann dieses Argument als Erklärungshinweis für die niedrige Intensität der vorliegenden Diskussion verstanden werden. In einem ähnlichen Kontext wird die Nutzung des Leistungsfaktors Information gesehen. "Dieses Item dürfte, wenn überhaupt, ein ökonomisches Thema sein". Das Information Engineering wird sogar als "schillernder und nichtssagender Begriff" bezeichnet.

3.2.4. Die Ausrichtung als Wissenschaft mit starkem Bezug zur Innovationswissenschaft

Die Abschlußauswertung ergab folgendes Bild der Einschätzungen der Teilnehmer über die Wirtschaftsinformatik als Innovationswissenschaft (siehe Tabelle 8).

Die Wirtschaftsinformatik als Innovationswissenschaftmean R2std R2mean R3std R3mean R4std R4
Adaption neuer Informations- und Kommunikationstechnik an die Bedarfslage in den Unternehmen2,561,472,201,551,420,84
Identifikation der Bedarfe nach neuen technischen Lösungen3,352,022,601,652,501,01
Gestaltung des organisatorischen Wandels (Change Management)3,932,073,401,552,770,75
Diffusion neuer Informations- und Kommunikationstechnik4,852,244,081,654,001,07
Akzeptanz neuer Informations- und Kommunikationstechnik4,931,984,561,244,500,84
Die Folgen der Konvergenz zwischen Informationstechnik und Kommunikationstechnik6,812,117,201,60- -- -
Technologiefolgenabschätzung (betrieblich, national)6,151,906,561,24- -- -
Technologiepolitik7,701,908,681,01- -- -
Tabelle 8: Die Wirtschaftsinformatik als Innovationswissenschaft

Im Zusammenhang mit der Diffusion neuer Informations- und Kommunikationstechnik äußert ein Teilnehmer die Vermutung, daß dieses Ziel "auch die Behandlung der Adaption neuer Informations- und Kommunikationstechnik an die Bedarfslage in den Unternehmen, Identifikation der technischen Potentiale neuer technischer Lösungen und Gestaltung des organisatorischen Wandels" einschließt. Eine Faktorenanalyse vermag diesen Zusammenhang für die Adaption und die Gestaltung des Wandels zu bestätigen. Die Identifikation der technischen Potentiale steht nach dem vorliegenden Zahlenmaterial in keinem Zusammenhang mit der Diffusion neuer Informations- und Kommunikationstechnik.

Die Identifikation der Bedarfe nach neuen technischen Lösungen wird durch den beruflichen Hintergrund der Teilnehmer schwach signifikant beeinflußt. Während die Universitätsangehörigen diesen Forschungsgegenstand relativ wichtig einschätzen (mean = 2,90) , gehen die Praktiker von einer geringeren Relevanz aus, (mean = 4,43) [F = 3,17; p < 0,0871]. Offensichtlich ist es für die Praktiker aufgrund ihrer Nähe zum operativen Geschäft mit weniger Problemen verbunden, die Bedarfe nach neuen technischen Lösungen zu identifizieren.

Die hohe Bedeutung der Gestaltung des organisatorischen Wandels läßt sich durch folgenden Kommentar eines Teilnehmers verdeutlichen: "EDV ohne organisatorischen Wandel bringt nicht viel". Da dieser Forschungsgegenstand nicht signifikant von der Identifikation der Bedarfe nach neuen technischen Lösungen verschieden ist, kann dieser qualitative Beitrag zumindest ansatzweise die Bedeutung des Wandels erklären.

3.2.5. Die Ausrichtung als Wissenschaft mit starkem Bezug zur Systementwicklung

Die Abschlußauswertung ergab folgendes Bild der Einschätzungen der Teilnehmer über die Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft zur Systementwicklung von computergestützten Anwendungssystemen (siehe Tabelle 9).

Die Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft zur Systementwicklung von computergestützten Anwendungssystemenmean R2std R2mean R3std R3mean R4std R4
Qualitätssicherung während der Systementwicklung3,582,272,421,821,921,20
Vorgehensmodelle- -- -- - - -2,921,86
Wiederverwendbarkeit von Software4,041,793,831,842,961,18
innovative Methoden zur Systementwicklung- -- -5,213,623,601,77
Systemauswahl4,122,444,252,523,641,20
Systementwicklung durch die Endanwender4,692,834,922,084,481,17
Systemeinführung4,772,585,542,33- -- -
Re-Engineering5,042,416,332,09- -- -
traditionelle Systementwicklung5,882,728,082,72- - - -
Systemwartung6,542,178,612,63- -- -
optimale Arbeitsteilung bei der Systementwicklung- -- -7,673,06- -- -
Tabelle 9: Die Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft zur Systementwicklung von computergestützten Anwendungssystemen

Die Qualitätssicherung bei der Systementwicklung wird als wichtiges Element, um die Akzeptanz bei den Endanwendern zu erreichen, angesehen, aber auch als ein eher technisches Anliegen der Informatik zugewiesen.

Bezüglich der innovativen Methoden zur Systementwicklung wird ein Zusammenhang zur Qualitätssicherung hergestellt. "Innovative Methoden zur Systementwicklung sind Voraussetzung für zugehörige Qualitätssicherungsmaßnahmen". Zwischen diesen beiden Variablen läßt sich ein statistischer Zusammenhang nachweisen (rS = -0,61, p < 0,001). Weiterhin scheint das Alter der Teilnehmer die Einschätzung der Bedeutung der innovativen Methoden zu beeinflussen. "Junge" Teilnehmer schätzen diesen Forschungsgegenstand bedeutend höher ein (mean = 3,45) als ihre älteren Kollegen (mean = 6,80) [F = 4,63; p < 0,0461]. Die beiden signifikanten Ergebnisse lassen sich wie folgt interpretieren: Die vergleichsweise jüngeren Teilnehmer schätzen die Bedeutung der innovativen Methoden hoch ein, während die Bedeutung der Qualitätssicherung abfällt. Insofern scheinen sie den Voraussetzungscharakter der innovativen Methoden zu teilen. Die älteren Teilnehmer stufen umgekehrt die Qualitätssicherung höher ein als die innovativen Methoden. Offensichtlich stellen bei ihnen die innovativen Methoden keine Voraussetzung der innovativen Methoden für zugehörige Qualitätssicherungsmaßnahmen dar.

Die traditionelle Systementwicklung, die nach der dritten Runde aufgrund ihrer relativ geringen Bedeutung vom Delphi-Prozeß ausgeschlossen wurde, wird signifikant vom fachlichen Hintergrund der Teilnehmer beeinflußt. Teilnehmer, die ihren Hintergrund im Bereich der Informatik oder der Ingenieur- oder Naturwissenschaften haben, messen diesem Forschungsgegenstand eine weitaus höhere Bedeutung (mean = 4,30) bei als Teilnehmer, die einen betriebswirtschaftlichen Hintergrund haben (mean = 6,87) [F = 6,45; p < 0,0180]. Mit anderen Worten heißt dies: wäre die Studie von Nicht-Betriebswirten alleine durchgeführt worden, dann hätte man die traditionelle Systementwicklung in der zweiten Runde auf dem vierten Rang eingestuft. Ein Teilnehmer drückt die unterschiedliche Sichtweise wie folgt aus: Er versteht die "traditionelle Systementwicklung in Bezug auf die Aufgabe, nicht in Bezug auf die eingesetzten Methoden".

Die Vorgehensmodelle, die erst in der vierten Runde als Forschungsgegenstand in die Diskussion eingebracht wurden, können nach Ansicht eines Angehörigen einer Universität "sowohl zu den traditionellen als auch zu innovativen Methoden der Systementwicklung gehören". Zwar läßt sich dieser Zusammenhang nicht statistisch beweisen, jedoch beeinflußt der berufliche Hintergrund diese Variable. Angehörige von Universitäten weisen den Vorgehensmodellen eine signifikant höhere Bedeutung zu (mean = 2,45), als Praktiker (mean = 5,50) [F = 5,91, p < 0,0334]. Insofern scheint sich die Hypothese zu bestätigen, daß Forscher gerne auch die methodischen Abläufe modellieren, Praktiker jedoch den Nutzen derartiger Vorschläge aus Universitäten geringer einschätzen.

4. Schlußfolgerungen

4.1. Zur Validität und Reliabilität der Ergebnisse

Die Delphi-Folge übt einen Zwang zur Konsensbildung aus. Die nach der zweiten Runde ermittelten Rangplätze erweisen sich als relativ stabil, d.h. sie verändern sich kaum noch. Jedoch reicht diese Eigenart nicht aus, die mangelnde Bezugnahme der Teilnehmer untereinander zu erklären, die im Vergleich zu anderenStudien [HEINSRI95] relativ stark ausgeprägt war. Man könnte nun argumentieren, daß es sinnvoll gewesen wäre, die Studie nach der zweiten Runde abzubrechen. Dabei würde man jedoch die Reichhaltigkeit der qualitativen Diskussion übersehen, die erst nach der zweiten Runde eingesetzt hat.

Weitere Unschärfen entstehen aus der Rolle der Moderatoren. Die argumentative Rückkoppelung der Teilnehmer entsteht als Antwort auf die Eingangsfragen oder als Rechtfertigung der eigenen Position bei einer Abweichung vom mittleren Quartilsabstand. Die Aufarbeitung der Kommentare durch die Moderatoren geht einerseits mit einem gewissen Maß an Informationsverlust einher, da die Zusammenfassungen verkürzt wiedergegeben werden. [MILKO72] führen hierzu aus: "This is the price paid for not allowing the experts to interact directly". Die daraus entstehenden semantischen Unschärfen wie Begriffsüberschneidungen und Fehlinterpretationen können nur in geringem Umfang abgefangen werden. Daher wurde versucht, die Anmerkungen der Teilnehmer so originalgetreu wie möglich an das Panel zurückzugeben, um die damit verbundenen Aussagenkerne unverzerrt zu reflektieren.

Andererseits ist zu berücksichtigen, daß die Moderatoren - trotz größter Sorgfalt und Neutralität - einer begrenzten Rationalität unterliegen. Das verwendete Klassifikationsschema basiert auf einer subjektiven Wahrnehmung. Die Hierarchisierung dient der Komplexitätsreduzierung und geht zu Lasten einer direkten Vergleichbarkeit der konkreten Forschungsgegenstände. Zur Überwindung dieser Gefahrenquellen bietet sich nur eine Abkehr von der "klassischen" Delphi-Methode an: der Verzicht auf die erste Runde, d.h. ein Beginn mit geschlossenen Fragen. Dieses Vorgehen birgt jedoch die Gefahr in sich, die Teilnehmer in ihrer Kreativität zu begrenzen und wichtige Alternativen zu übersehen.

Ebenfalls nicht unerheblich ist die Stichprobengröße der Untersuchung. Die Anzahl der Teilnehmer schwankt zwischen 26 und 30 Personen. 26 Teilnehmer waren über alle Runden hinweg präsent. Zwar sind diese Größenordnungen im Hinblick auf die Prognosekraft der Delphi-Studie ausreichend [MARTI83]. Einer Verallgemeinerung der Ergebnisse muß man jedoch mit einer gewissen Zurückhaltung gegenüberstehen, zumal die Teilnehmer nicht zufällig, sondern bewußt ausgewählt wurden. Eine Erhöhung der Teilnehmerzahl hätte dieses Problem zwar überwinden helfen können, jedoch wären dann andere Probleme entstanden. Die Überführung der Antworten in geschlossenen Fragen hätte sich als noch schwieriger gestaltet, zumal bereits mit den vorgenannten Teilnehmerzahlen die Verarbeitungskapazität der Moderatoren fast erschöpft war.

4.2. Vergleich der Befunde mit anderen Erhebungen

Zunächst stellt sich die Frage, welche bisherigen Arbeiten zum Vergleich mit den Ergebnissen der vorliegenden Delphi-Studie herangezogen werden können. In [HEIN85] und der dort zitierten Literatur wird beispielsweise hergeleitet, was nach Ansicht der betreffenden Autoren Gegenstand der Wirtschaftsinformatik sein sollte. Zwar sind diese Beiträge von großer Bedeutung für die (historische) Entwicklung der Wirtschaftsinformatik zu einer eigenständigen Disziplin, jedoch dürfen sie nicht darüber hinwegtäuschen, daß sie keine Anhaltspunkte liefern, was die gegenwärtigen Forschungs- und Lehrschwerpunkte der Wirtschaftsinformatik in der Realität sind. Insofern bietet sich die Einbeziehung von Erhebungen an, die die realen Gegenstände der Wirtschaftsinformatik betrachten. Da solche Beiträge im Gegensatz zu "MIS Research" [WEIOL89, ALCARL92] in der Wirtschaftsinformatik nicht vorhanden sind, können lediglich zwei Erhebungen über Dissertationen und Forschungsschwerpunkte als grober Vergleichsmaßstab herangezogen werden.

Betrachtet man die von [MERT92A] durchgeführte Dissertationserhebung, so wird deutlich, daß dort eine viel stärkere Betonung technischer Neuentwicklungen und damit zusammenhängender Innovations-, Institutions- und Systementwicklungen stattfindet. Die Gestaltung innovativer Informations- und Kommunikationstechniken (z.B. Wissensbasierte Systeme, Expertensysteme oder Führungssinformationssysteme) werden ebenso genannt wie unterschiedliche Branchen (Anwendungen in Industrie, Banken, Versicherungen, Handel bzw. Non-Profit-Unternehmen) oder bestimmte Facetten der Systementwicklung (Systemplanung, Systementwicklung, Projektsteuerung, Projektcontrolling, Software Engineering, individuelle Datenverarbeitung, Softwarewerkzeuge).

Ähnlich verhält es sich mit der Erhebung der Forschungsschwerpunkte [MERT92A]. Bei den innovativen Informations- und Kommunikationstechniken werden in der Gruppe A einer ABC-Analyse zusätzlich noch Neuronale Netze, Entscheidungsunterstützungssysteme und verteilte Systeme als Forschungsgegenstände genannt. Der institutionelle Aspekt bleibt jedoch nur auf den Produktionsbereich beschränkt. Hier dominieren Produktionsplanungs- und Steuerungssysteme, Computer Integrated Manufacturing sowie Logistik-Anwendungen.

Aus der jüngsten Dissertationserhebung [ROIKA94] ist eine weitere Betonung des Innovationsaspekts ersichtlich, der um computergestützte Berichts-, Kontroll- und Kommunikationstechniken erweitert wird. Ebenso bedeutsam schneidet, wie in den beiden zuvor genannten Erhebungen, die Systementwicklung ab. Sie wird durch nicht-prozedurale Paradigmen ergänzt.

Vergleicht man die Ergebnisse mit den Befunden der eigenen Untersuchung, so wird deutlich, daß in bisherigen Erhebungen insbesondere der Bezug zur Organisationslehre und die Ausrichtung auf eine funktionale Betriebswirtschaftslehre schwach ausgeprägt ist. Bei [MERT92A] bilden lediglich drei der nach der Anzahl der Nennungen erfaßten wichtigsten 15 Themenkategorien den Organisationsaspekt ab, während nur zwei Kategorien die Informationsverarbeitung als Querschnittsfunktion behandeln. In dem Beitrag von [ROIKA94] befinden sich die beiden genannten Forschungsgegenstände gar nur zweimal unter den ersten 15 Themenkategorien.

Eine Vergleichbarkeit der drei genannten Untersuchungen mit den eigenen Befunden ist bedingt möglich. Die Arbeiten unterscheiden sich in den verwendeten Klassifikationsschemata und den gewählten Abstraktionsebenen. Während die vorgenannten Arbeiten an konkreten Forschungsgegenständen ausgerichtet sind, basieren die eigenen Ergebnisse zum Teil auf aggregierten Klassen. Im Rahmen der hier vorliegenden Studie befinden sich zudem erfahrene Praktiker unter den Teilnehmern. Jedoch kann der Vorwurf eines Teilnehmers, es handele sich um eine "BWL-lastige Zusammensetzung des Panels", nicht bestätigt werden. 17 Teilnehmer sind (Wirtschafts-) Ingenieure, Informatiker oder Naturwissenschaftler, während 13 Experten einen betriebswirtschaftlichen Hintergrund haben. Durch Merkmalsvariablen bedingte systematische Verzerrungen wurden dokumentiert. Insofern muß dem prognostizierten Bezug zur Organisationslehre und die Erforschung der Informationsverarbeitung als Querschnittsfunktion Bedeutung beigemessen werden. Offensichtlich sollen Themengebiete besetzt werden, die in der Vergangenheit eine weniger starke Beachtung gefunden haben. Der Rückzug von innovativen Informationstechniken und der Systementwicklung kann auch die Folge einer bewußten Abgrenzung sein. Diese Gebiete möchte man offenbar der Informatik überlassen.

5. Zusammenfassung

Nach dem Wissen der Autoren stellt eine Wissenschaftliche Kommission im Verband der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft e.V. erstmalig einen Diskussionsbeitrag zu eigenen zukünftigen Positionierung an. Das ambitionierte Panel und die geringe Abbruchrate (13,3%) bringen zum Ausdruck, welche Bedeutung die Teilnehmer dem Untersuchungsgegenstand und der gewählten Untersuchungsmethode beimessen. Die erzielten Ergebnisse lassen deutliche Trends erkennen und die Positionierung der Wirtschaftsinformatik im Spannungsfeld der Nachbardisziplinen bewußter vornehmen. Sie garantiert eine weitere Auseinandersetzung mit dem betreffenden Thema.

Die wichtigsten Ergebnisse lauten:

a) Entgegen früheren Erhebungen ist ein deutlicher Trend zu einer stärker betriebswirtschaftlichen Ausrichtung der Wirtschaftsinformatik zu erkennen; weg von den traditionell eher technikorientierten Inhalten. Das stärkste Erfolgspotential wird darin gesehen, die Wirtschaftsinformatik als eine Wissenschaft mit einem engen Bezug zur Organisationslehre auszurichten, die sozio-technische Systeme aus Menschen und (Informationsverarbeitungs- und Kommunikations-) Maschinen (-Systemen) geeignet beschreibt und optimiert. Relativ zum gesamten Umfang der Auseinandersetzungen und Kommentare (siehe Punkt c) erfolgt hier eine detaillierte Aufgliederung der Forschungsgegenstände.

b) Den zweiten Rangplatz nimmt die Ausrichtung der Wirtschaftsinformatik als eine funktionale Betriebswirtschaftslehre ein, die das Management der Informationsverarbeitungs- und Kommunikationstechnik behandelt. Diese Plazierung ist für die Autoren z.T. überraschend, weil derzeit in Wissenschaft und Praxis erhebliche Anstrengungen zu verzeichnen sind, zunehmend einfacher handhabbare Geräte der Informationsverarbeitung in die betrieblichen Funktionen (Fachabteilungen) zu integrieren.

c) An dritter Stelle ist die Ausrichtung der Wirtschaftsinformatik im Sinne einer Informationsökonomie plaziert, die die Einsatzbedingungen des Leistungsfaktors Information in Unternehmen untersucht und gestaltet. Speziell bezüglich dieses Fragenkomplexes macht sich eine allgemein festzustellende, zu geringe Auseinandersetzung mit den Argumenten anderer sowie der eher rohen Detaillierung von Forschungsgegenständen bemerkbar, vornehmlich innerhalb der Gruppe der Hochschulangehörigen im Panel. So wurden hier nur drei Klassen von Forschungsgegenständen auf sprachlich "hoch aggregierter Ebene" angesprochen (z.B. 'Informationsmanagement'), und verschiedene Aufrufe zur Konkretisierung der Begriffe und Inhalte blieben ohne Wirkung.

Die Interpretation und Verallgemeinerung der Ergebnisse muß jedoch mit Vorsicht vorgenommen werden, da eine bewußte Auswahl der Teilnehmer, eine eng begrenzte Interaktion der Teilnehmer während des Delphi-Prozesses und begrenzte Vergleichsbasis in der Literatur vorliegen. Trotz dieser Einschränkungen lassen die hier vorgestellten Ergebnisse gewisse Trends erkennen, die dazu dienen, die Positionierung der Wirtschaftsinformatik im Spannungsfeld ihrer Nachbardisziplinen bewußter vorzunehmen.

6. Literatur

[ALCARL92] Alavi, M.; Carlson, C.: A Review of MIS Research and Disciplinary Development. In: Journal of Management Information Systems, Spring 1992, S. 45 - 62

[BISCH90] Bischoff, R.: Wirtschaftsinformatik an Fachhochschulen, Springer: Berlin u.a., 1990

[BOJE82] Boje, David M.; Murnighan, J. Keith: Group Confidence Pressures in Iterative Decsions. In: Management Science, October 1982, S. 1187-1196

[BRAN87] Brancheau, James C.; Wetherbe, James C.: Key Issues in Information Systems Management. In: MIS Quarterly, March 1987, S. 23-45

[BROSI88] Brosius, G.: SPSS / PC+ - Basics und Graphics, McGraw-Hill: Hamburg u.a., 1988

[DALKE66] Dalkey, Norman; Heler, Olaf: An Experimantal Application of the Delphi Method to the Use of Experts. In: Management Science, April 1963, S.458-467

[ERFF84] Erffmayer, Robert C.; Lane, Irving M: Quality and Acceptance of an Evaluative Task: The Effects of Four Group Decision-Making Formats. In: Group & Organization Studies, December 1984, S. 509-529

[HEIN85] Heinrich, Lutz, J.: Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft; Entwicklung Stand und Perspektiven. In: Angewandte Unternehmensführung: Festschrift zum 65. Geburtstag von Hans Blohm, Herne: Berlin, 1985, S. 7-59

[HEISRI95] Heinzl, Armin; Srikanth, Rajan: Zur zukunftigen Entwicklung der betrieblichen Informationsverarbeitung. Erscheint in: Wirtschaftsinformatik, Heft 1/1995

[HORN94] Hornsby, Jeffrey S.; Smith, Brien N.; Gupta, Jatinder N.D.: The Impact of Decision-Making Methodology on Job Evaluation Outcomes: In: Group & Organization Studies, March 1994, S. 112-128

[HUBMA75] Huber, G.L., Mandel, H.: Verbale Daten: Eine Einführung in grundlegende Methoden der Erhebung und Auswertung, Beltz: Weinheim und Basel, 1982, S. 188 - 192

[KÖNIG94] König, W., Rittgen, P., Wendt, O.: Das Schwerpunktprogramm "Verteilte DV-Systeme in der Betriebswirtschaft" der Deutschen Forschungsgemeinsschaft, in: WIRTSCHAFTSINFORMATIK 36 (1994) 5, S. 488 - 501

[LAUX79] Laux, Helmut: Grundfragen der Organisation, Berlin u.a. 1979

[LINTUR75] Linstone, H.A., Turoff, M.: The Delphi Method, Addison-Wesley: Reading, MA, 1975

[MALH93] Malhotra, Manoj K.; Steele, Daniel C.; Grover, Varun: Important Strategic and Tactical Manufacturing Issues in the 1990s. In: Decision Sciences, February 1993

[MARTI83] Martino, Joseph P.: Technological Forecasting for Decision Making, 2nd Edition, New York u.a. 1983

[MERT92A] Mertens, P., Ehrenberg, D., Griese, J., Heinrich, L.J., Kurbel, K., Stahlknecht, P. (Hrsg.): Studien- und Forschungsführer Wirtschaftsinformatik, Springer: Berlin u.a., 1992

[MERT92B] Mertens, P., Bodendorf, F., König, W., Picot, A., Schumann, M.: Grundzüge der Wirtschaftsinformatik, Springer: Berlin u.a., 1992

[MERT95] Mertens, P.: Wirtschaftsinformatik: Von den Moden zum Trend, erscheint in: König, W. (Hrsg.): Wirtschaftsinformatik '95, Tagungsband, Physica: Heidelberg, 1995

[MILKO72] Milkovich, George T.; Annoni, Anthony J.; Mahoney, Thomas A.: The Use of the Delhpi Procedures in Manpower Forecasting. In: Management Science, December 1972, S. 381-389

[NIEDE91] Niederman, Fred; Brancheau, James C.; Wetherbe, James C.: Information Systems Management Issues for the 1990s. In: MIS Quarterly, December 1991, S. 475-495

[ROIKA94] Roithmayr, F., Kainz. G.A.: Umfrage zu laufenden Dissertationen im Fachgebiet Wirtschaftsinformatik - ein Beitrag zur Paradigmendiskussion, in: WIRTSCHAFTSINFORMATIK 36 (1994) 2, S. 178 - 184

[SALAS81] Salasin, John; Bregman, H.; Entingh, D.; Thackston, K.: A Comparison of Two Group-Process Techniques. In: IEEE Transactions on Engineering Management, November 1981, S. 97-107

[SAUND92] Saunders, Carol Stoak; Jones, Jack Williams: Measuring Performance of the Information Systems Function. In: Journal of Management Information Systems, Spring 1992, S. 63-82

[SCHEER93] Scheer, A.-W.: Wirtschaftsinformatik im Unternehmen 2000, in: Kurbel, K. (Hrsg.): Wirtschaftsinformatik '93, Tagungsband, Physica: Heidelberg, 1993, S. 53 - 67

[WEIOL89] Weill, P.; Olson, M.H.: An Assessment of the Contingency Theory of Management Information Systems. In: Journal of Management Information Systems, Summer 1989, S. 59 - 85

7. Liste der Mitglieder des Panel

Prof. Dr.BauknechtUniversität Zürich
Prof. Dr.BeckerUniversität Münster
Dipl.-Ing.BreidlerSiemens-Nixdorf
Prof. Dr.BuhlUniversität Augsburg
Dr.GeibigHoechst
Prof. Dr.GeihsUniversität Frankfurt
Prof. Dr.GlatthaarIBM Deutschland
Prof. Dr.GrieseUniversität Bern
Prof. Dr.HeinrichUniversität Linz
Dr.HultzschTelekom
Dr.JohannsenDeutsche Bank
Prof. Dr.KieserUniversität Manheim
Dipl.-IngKlotzIG Metall
Prof. Dr.KnolmayerUniversität Bern
Prof. Dr.KrallmannTU Berlin
Prof. Dr.KrcmarUniversität Hohenheim
Prof. Dr.KurbelUniversität Münster
Prof. Dr.LockemannTH Karlsruhe
Prof. Dr.MalikHochschule St. Gallen
Prof. Dr.MertensUniversität Erlangen-Nürnberg
Dr.MeyersieckExes
Prof. Dr.Müller-MerbachUniversität Kaiserslautern
Prof. Dr.RudolphUniversität München
Prof. Dr.ScheerUniversität des Saarlandes
Prof. Dr.SchiemenzUniversität Marburg
Prof. Dr.SeibtUniversität Köln
Prof. Dr.SinzUniversität Bamberg
Prof. Dr.WeberWHU Vallendar
Prof. Dr.StuckyUniversität Karlsruhe
Prof. Dr.ZelewskiUniversität Leipzig