Abgeschlossene Projekte

In der Bildungsforschung werden als zentrale Bestandteile von Kompetenzen sachrichtige mentale Modelle und die damit verbundenen differenzierten Einstellungen genannt. Dementsprechend sollten Lernsituationen auf den Erwerb dieser Kompetenzkomponenten ausgerichtet sein. Mit dem Forschungsprojekt soll der Aufbau dieser Wissensstrukturen und differenzierten Einstellungen mittels vieobasierter Forschung analysiert werden. Davon ausgehend sollen Rückschlüsse gezogen werden, die auf eine adaptive Vermittlung ausgewählter curriculumsrelevanter Unterrichtsthemen im Bereich des Politik- und Wirtschaftsunterrichts in der Sekundarstufe I abzielen. Die Basis dafür werden der wirtschaftsinstrumentelle und der strukturgenetische Ansatz des Rechnungswesens sowohl mit Blick auf den Aufbau sachrichtiger mentaler Modelle (Werttransformation und Wertschöpfung) als auch bezogen auf in der Lernphase auftretende Denkfehler und Fehlkonzeptionen (misconceptions) untersucht. Zum anderen soll die Entwicklung unterschiedliche gelagerter Einstellungen bzgl. der für marktwirtschaftliche Ordnungen zentralen Kategorie "Gewinn" unter kognitiven, affektiven und konativen Aspekten in zwei Unterrichtssettings analysiert werden, wobei insbesondere interessiert, ob - und wenn ja, inwieweit - der Erwerb unterschiedlich konnotierter Wissensbestände zu differenziere(re)n Einstellungen führt.

Gefördert durch die Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung, Förderzeitraum: 01.10.2012 bis 31.03.2016
Weitere Informationen: http://www.abl.uni-frankfurt.de/42354559/minnameier-engartner-horz

Das Happy-Victimizer-Phänomen besagt, dass man weiss, was moralisch richtig ist, das auch für moralisch richtighält, aber jemandem, der entsprechende Regeln aus Eigennutz übertritt, positive Gefühle unterstellt. In einer etwas schärferen Form besagt es sogar, dass man sich selbst gut fühlen würde, wenn man moralische Regeln überträte. Solche Effekte werden typischerweise bei Kindern im Alter von ca. 4 bis 7 Jahren beobachtet; danach soll es verschwinden. Es gibt allerdings auch viele Anzeichen dafür, dass das Phänomen auc bei Erwachsenen auftritt, was viele neue Fragen aufwirft. Insbesondere stellt sich die Frage nach einer neuen Erklärung des Phänomens (das bislang vor allem mit mangelnder moralischer Motivation erklärt wird, die bis zum 10. Lebensjahr bei den meisten Menschen ausgebildet sein soll). Zum anderen stellt sich die pädagogische Frage, ob und inwieweit  entsprechende Verhaltensorientierungen eher als positiv oder negativ zu beurteilen sind. Eine weitere Frage ist, ob es evtl. Unterschiede zwischen Frauen und Männern gibt und wie diese zu bewerten sind. Diese Fragen stehen im Zentrum des Projektes, das im Rahmen der Frauen und Genderfoschung an der GU Frankfurt gefördert wird.

Das Projekt wird an der Professur für Wirtschaftsethik und Wirtschaftspädagogik unter Mitarbeit von Frau Dipl.-Hdl. Dipl.-Kffr. Simone Schmidt durchgeführt.

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