Oliver Hinz stärkt Forschung zu digitalen Finanzsystemen und Blockchain-Ökosystemen an der Goethe-Universität
Der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften engagiert sich mit mehreren laufenden und neu beginnenden Drittmittelvorhaben in zentralen Zukunftsthemen digitaler Finanzsysteme, Blockchain-Technologien und datenschutzwahrender Regulierung. Die Projekte werden von Oliver Hinz, Professor für Wirtschaftsinformatik und Informationsmanagement, geleitet. Sie verbinden Grundlagenforschung der Kryptographie, die Analyse von Netzwerken und Daten sowie den Aufbau von Forschungsinfrastruktur. Die Projekte sind in Deutschland und der ganzen Welt vernetzt.
„Gerade im Finanzbereich entscheidet sich, ob Regulierung und technische Innovation als Widerspruch oder als gestaltbare Herausforderung verstanden werden.“
Prof. Dr. Oliver Hinz
Ein zentraler Bestandteil dieses Engagements ist die Beteiligung am Forschungsprogramm „ZKFin: Zero-Knowledge Proofs for Future Financial Applications“ (2026–2029), das am nationalen Forschungszentrum ATHENE angesiedelt ist. Im Rahmen dieses Projekts untersucht das Team um Oliver Hinz in enger Kooperation mit der Technische Universität Darmstadt die sozio-technischen, ökonomischen und regulatorischen Aspekte datenschutzwahrender kryptographischer Verfahren. Ziel ist es, Lösungen für den Zielkonflikt zwischen regulatorischer Transparenz – etwa im Kontext von KYC- und AML-Vorgaben – und dem Schutz sensibler Finanzdaten zu entwickeln.
Ergänzt wird dieser Forschungsschwerpunkt durch das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Projekt „ENABLE: Empirical Network Analysis of Blockchain Ledger Ecosystems“ (2026–2028). Das Projekt analysiert öffentliche Blockchain- und Kryptoökosysteme mithilfe netzwerkanalytischer Methoden. Im Fokus stehen unter anderem reputationsbasierte Mechanismen in dezentralen Finanzsystemen, dezentrale soziale Netzwerke sowie tokenbasierte Anreiz- und Marketingmechanismen. ENABLE wird im Rahmen einer deutsch-taiwanesischen Kooperation mit der National Taiwan University durchgeführt.
Neben den inhaltlichen Forschungsprojekten trägt der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften auch zum Ausbau interdisziplinärer Forschungsinfrastruktur bei. Im Rahmen der Initiative hessian.AI konnten die Frankfurter hessian.AI-Forscher 50.000 Euro für die Einrichtung eines Consular Space einwerben, der gemeinsam mit dem Fachbereich Informatik realisiert wird. Dieser schafft einen physischen und organisatorischen Raum für den Austausch zwischen Wirtschaftswissenschaften, Informationssystemen und Informatik.
Mit diesen Drittmittelaktivitäten leistet der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften einen sichtbaren Beitrag zur Profilbildung der Goethe-Universität Frankfurt im Bereich digitaler Wirtschaftssysteme. Dabei verbindet er methodische Innovation mit hoher Anwendungsrelevanz.