Donnerstag, 23. Juni 1988

Für 74 Mädchen und 66 Jungen ist der "Schulstreß" jetzt vorbei

Kronberg (dp).  Für 142 Schülerinnen und Schüler an der Altkönigschule hat der "Schulstreß" jetzt ein Ende. 13 Jahre haben sie die Schule gedrückt, am Samstag bekommen sie um 11 Uhr in der großen Halle der Schule ihre Abiturzeugnisse in die Hand gedrückt, Für Jutta Naucke und Ulrich Pidun wird es ein ganz besonderer Tag: Die beiden haben mit dem Notendurchschnitt 1,0 die besten Ergebnisse hingelegt. Doch natürlich haben auch die anderen Grund, mit sich und der Welt zufrieden zu sein:

Holger Adam, Leila Agah, Constantin Alsheimer, Alexandra Alunic, Alexander Arnold, Tamara Bartels, Gundula Baun, Cornelius Bechtel, Julia Beiderlinden, Ingrid Beliaeff, Susanne Betz, Christina Birkert, Michael Böhler, Stefanie Böhrer, Michael Bölter, Iris Borel, Thomas Borsch, Daniela Bratz, Wolfgang Brückle, Eva Bucht, Christiane von Burkersroda, Filip Casaer, Marion Clever. Daniela Chiostergi. Silke Daudert, Jens Deppe, Karin Deuser. Madjid Djamegari, Markus Dochantschi, Volker Ehrlich, Christian Eihausen, Christiane Emde. Ralf Endreß, Armin Engländer. Christiane Faust, Anke Feige, Carmen Fischer, Jochen Flach, Alice Fleege, Albrecht Förster, Martin Fössel, Anja Frosch, Jochen Gasteyer, Sven Geelhaar, Markus Gerhardt, Stefanie von Grotthus, Alexandra Grunow, Christine Hagen, Anina Haldenwang, Boris Hanitsch, Dirk Heckelmann. Elke Hegen, Maren Heldt, Matthias Hermann, Sebastian Herzog, Markus Heß, Stefan Heß, Michael Heyn, Suzanna Higmann, Birgit Huperz, Sabine Jäger, Sonja Jäger, Manuel de Jong, Silke Jurkowski, Alfred Kaiser, Heike Kallert, Alexandra Kirchner, Bärbel Kirchner, Lutz Kirchner, Kirsten Klimmeck, Thorsten Klomann, Stephan Klüwer, Niels Knoop, Mathias König, Monika Kopka, Juki Kowalski, Petra Kranz, Heiko Kratz, Angelika Kraus, Carola Krießbach, Swantje Krönert. Stefan Küchler, Frank Kühnel, Rainer Kurz. Ulla Ladwig, Timmy Lampert, Peri Lau, Sabine Lausberg, Eva Maria Lichtenwald, Tina Meßner, Ingmar Mewes, Eckhard Moch, Lenka Müller, Matthias Müller, Jutta Naucke, Oliver Nelles, Ivonne Odenweller, Ingo Peter, Christian Pfaff, Ulrich Pidun, Tatjana Polonelli, Natascha Puckler, Veronika Putzmann, Christoph Reimertz, Thomas Risse, Heide Ritz, Lukas Rosenkranz, Stephanie Roye, Bettina Rühl, Anja Rupprecht, Simone Sanftenberg, Melanie Sautner, Manuela Schiffner. Silke Schmidt, Sven Schmitt, Ulrich Schott, Alexandra Schuhmann, Arnd von Schwanewede, Arlett Sundheim, Leslie Staymann, Thomas Stowasser, Nicolaus Tiessler, Christine Ullrich, Thomas Ullrich, Stefan Ulmer, Alexandra Vietense, Peter Volkmann, Michael Vollhardt, Janina Wagner, Dirk Weber, Karen Wehmeyer, Niklas Wendorf, Christiane Werckenthin, Thomas Wieczorek, André Wilch, Gesine Winckler, Anja-Katrin Wissenbach, Karin Wittig, Marion Woge, Kathi Wurm, Stefan Zuber.



Montag, 27. Juni 1888

Nach dem Abi: Philosoph, Jurist, Mädchenhändler

Von Eva-Susanne Eruh

Kronberg.  Sie lernten, kämpften und siegten, und das gleich 13 Jahre lang. Doch für die 142 Abiturienten, die am letzten Samstag nach der Abiturfeier den Sprung ins schulfreie Leben schafften, hat nun die Paukerei vorerst ein Ende. Der heiter-besinnliche Abgang von der Schulbühne wurde während der Entlassungsfeier mit Eltern, Schülern und Lehrern zum geselligen Happy-End in der Pausenhalle der Altkönigschule. Viel Improvisation machte es trotz des bevorstehenden Umzugs der Schule möglich, daß die Abiturienten sich zum letzten schulischen "Defilee" einfinden konnten. Für ein gutes Dutzend Jahre voller Lernstreß wurden sie an diesem Morgen nicht nur mit dem Abiturzeugnis, sondern natürlich auch mit Sekt, Big-Band-Musik und guten Ratschlägen seitens der Lehrkräfte belohnt. Verärgert darüber war die "Bildungselite" Kronberger Schüler, die dieses Mal acht Kandidaten mit der begehrten Ziffer eins vor dem Komma unter sich weiß, durchaus nicht. Im Gegenteil: Die Abschiedsworte von Direktor Günter Bechtold erinnerten alle daran, da9 nach dem mit Aberglauben behafteten 13. Jahr der Schulleiter ihnen eigentlich fristlos gekündigt" hatte und fortan die Prise "Salz in der Schülersuppe" fehlen wird.

Die Abiturientin Simone Sanftenberg verabschiedete sich mit diesen Worten von ihren Schultagen, ebenso wie der jugendliche "Festredner" Christoph Reimertz, der in einem "Brief an Großmutter in der DDR" von der buchstäblich "ersessenen Bildung" und dem Lehrertyp des "Sozi-Spezi in Jeans und Cordware" erzählte.

An Kreativität und Humor scheint es den ehemaligen AKS- Eleven auch nach der Schulzeit nicht zu fehlen. Kunterbunte Berufswünsche und Pläne beweisen es: Neben der sicheren" Laufbahn als Bankkaufmann, Jurist oder Ingenieur möchten viele auch als Siebenschläfer, Philosoph und Bogenenschütze durchs Leben schlagen; andere zieht es nach einer Tour durch den Orient eher zur Einstein-Karriere, in die Überlebenskunst" und zur Entwicklungshilfe, die einer der Abiturträger besonders auf dem Gebiet des "Mädchenhandels" nutzen will. Was nach diesen beruflichen Höhenflügen noch übrigbleibt, ist die Lust am Leben, möglichst mit dem jeweiligen Lieblingsgetränk in der Hand, die Palette reicht da von Sekt bis Selters".

Vor allen phantastischen Neuanfängen steht allerdings bei den meisten Schulgeschädigten erst einmal ein Monat Nichtstun. 13 Jahre Kampf um den Abiturstern sind schließlich kein Pappenstiel.