Faculty of Economics and Business Administration Publications Database

IFRIC 3: Bilanzierung von Emissionsrechten nach IFRS – mehr Schadstoffe im Jahresabschluss

Authors:
Wolf, Sandra
Source:
Volume: 60
Number: 6
Pages: 315 - 321
Link External Source: Online Version
Year: 2005
Abstract: Am 1. 1. 2005 wurde der Handel mit Emissionsrechten zum Ausstoß von Treibhausgasen als umweltpolitisches Steuerungsinstrument offiziell eingeführt. Etwa 1200 Unternehmen der Energiewirtschaft und der energieintensiven Industrie nehmen daran teil. Sie dürfen jährlich rund 495 Mio. Tonnen Kohlendioxid emittieren. Die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) wies den Unternehmen am Ende des Jahres 2004 die entsprechenden Zertifikate für den Zeitraum 2005-2007 zu. Im Regelfall erhielt jedes berechtigte Unternehmen 97,55 % seiner durchschnittlichen jährlichen Emissionen. 1 Anlagenbetreiber, die mehr als die zugeteilten Zertifikate benötigen, können sie an der Leipziger Börse EEX (European Exchange) von Unternehmen kaufen, die ihre Zertifikate nicht brauchen. Bereits heute können Unternehmen an der Leipziger Börse derivative Finanzinstrumente (Futures, Optionsscheine) auf Emissionszertifikate erwerben. Aufgrund technischer Verzögerungen wird der Handel der Emissionsrechte de facto voraussichtlich erst Anfang März starten. Rechtzeitig zum Jahreswechsel hat das International Financial Reporting Interpretation Committee (IFRIC) des IASB seine Interpretation zur bilanziellen Behandlung der Emissionsrechte im IFRS-Abchluss (IFRIC 3: "Emission Rights") veröffentlicht. Der nachfolgende Beitrag stellt die wesentlichen Interpretationsergebnisse dar und setzt sich mit ihnen kritisch auseinander. Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass die bestehenden Standards dem IFRIC enge Grenzen bei der Festlegung der maßgebenden Bilanzierungsweise setzten und dass die einschlägigen IFRS zu inhomogen sind, um über die mit dem Emissionshandel verbundenen wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Unternehmenslage ädaquat zu informieren.
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