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Mengen-versus qualitatsorientiertes Matching, Kundigungsschutz und Arbeitslosenversicherung: Grundsatzliche Uberlegungen zur Arbeitsmarktpolitik

Authors:
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Volume: 46
Number: 3
Pages: 355 - 367
ISSN-Print: 1610-241X
Year: 2000
Keywords: Theorie; Arbeitslosenunterstützung; Arbeitslosigkeit; Arbeitsmarktpolitik; Bundesrepublik Deutschland; Kündigungsschutz; Determinanten; Mismatch
Abstract:

Diese Arbeit analysiert das Problem des Mismatch zwischen Arbeitsnachfrage und Arbeitsangebot und diskutiert wirtschaftspolitische Lösungsansätze. Das Thema ist für den deutschen Arbeitsmarkt von hoher Relevanz, denn in Deutschland gibt es trotz 3,7 Millionen arbeitsloser Erwerbspersonen mehr als 1,5 Millionen offene Stellen (Stand: Juni 2000), was die aktuelle Suche nach einigen Zehntausend Computerexperten als kaum erwähnenswert erscheinen lässt. In Ergänzung zur üblichen mengenorientierten Definition von Mismatch wird in dieser Arbeit vorgeschlagen, das bestehende Mismatch-Konzept um die Erfassung der Match-Qualität zu erweitern. Diese Weiterführung eröffnet verbesserte Möglichkeiten, die Funktionsweise von europäischen und amerikanischen Arbeitsmärkten sowie ihre Stärken und Schwächen zu analysieren. Während nämlich der US-Arbeitsmarkt auf hoher Arbeitsmarktfluktuation basiert, ist ein funktionierender europäischer Arbeitsmarkt eher durch stabile Beschäftigungsverhältnisse gekennzeichnet. Die Erweiterung des Mismatch-Begriffes hat den zusätzlichen Vorteil, dass die Auswirkungen von Kündigungsschutz und Arbeitslosenunterstützung auf Mismatch und Arbeitslosigkeit transparent gemacht werden können. Es wird gezeigt, wie sowohl mit der Kombination ''schwacher Kündigungsschutz/ geringe Arbeitslosenunterstützung'' (''Modell USA'') als auch mit der Kombination ''hoher Kündigungsschutz/ großzügige Arbeitslosenunterstützung'' (''Modell Europa'') prinzipiell eine geringe Arbeitslosigkeit erreicht werden kann. Da die erste Variante in letzter Zeit beim Beschäftigungsziel aber deutlich erfolgreicher abgeschnitten hat, sind europäische Alternativen gefragt. Interessant sind erfolgreiche Abweichungen von der stilisierten europäischen ''Vollversorgung'' wie das dänische Modell, das zwar eine hohe Arbeitslosenunterstützung zugesteht, dafür aber nur geringen Kündigungsschutz leistet. Hier entsteht neuer Forschungsbedarf, der eventuelle optimale Kombinationen von Arbeitslosen- und Beschäftigtenschutz theoretisch analysiert und empirisch hinterfragt.

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