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Demographisch-Ökonomische Zeitreihenvariationen - Prozeßentwicklung eines demoökonomischen Systems?

Authors:
Hohorst, Gerd
Source:
Volume: 12
Number: 4
Pages: 473 - 489
Year: 1986
Keywords: Demographie; Bevölkerungswissenschaft; Bevölkerung; Sozialgeschichte; Historische Sozialforschung
Abstract: Die Studie überprüft Interdependenzen von demographischen und ökonomischen Systemvariablen. Als Datenbasis dienen die demographischen Variablen Geburten, Heiraten, Sterbefälle und Geburtenüberschuß, sowie die ökonomischen Indikatoren Nahrungsmittelpreise und Pro-Kopf-Einkommen. Zur Identifikation der Beziehungen wird das Instrumentarium der uni- und bivariaten Spektralanalyse sowie der Hauptkomponentenanalyse herangezogen. Die Ergebnisse der univariaten Spektralanalyse zeigen für die ökonomischen Variablen einen dominierenden 7- bis 8-jährigen Zyklus und für die demographischen Variablen vorwiegend eine ca. 4-jährige Periode. Die Ladungen der Hauptkomponenten deuten an, daß keine Trennbarkeit ökonomischer und demographischer Komponenten vorliegt. Das wird bestätigt durch eine Interpretationshilfe aus dem Datenlängsschnitt: In den Ersten Hauptkomponenten sind gleichberechtigte Zyklen mit den Längen 4 und 7-8 Jahre zu finden - also Charakteristika sowohl ökonomischer als auch demographischer Zeitreihen. Die Ergebnisse der Kreuzspektralanalyse offenbaren neben einem signifikansten natürlichen Lag des Geburtstermins auf den Heiratstermin einen Nachlauf der Geburten gegenüber den ökonomischen Variablen. Der zyklische Gesamtrhythmus dürfte also ökonomisch initiiert sein.
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