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Die generalpräventive Wirkung erwarteter Strafe Eine umfassende Auswertung kombinierter Kriminal- und Strafverfolgungsstatistiken im langfristigen Bundesländervergleich

Authors:
Spengler, Hannes
Source:
Volume: 88
Number: 5
Pages: 313 - 338
Link External Source: Online Version
Year: 2005
Keywords: Empirische Kriminalitätsforschung, Kriminometrie, Ökonometrie, Ökonomische Theorie der Kriminalität, Strafe, Strafverfolgung, Generalprävention, Abschreckung, Diversion, Paneldaten, Bundesländer, Kosten der Kriminalität, Kosten-Nutzenanalyse, Kriminalpoli
Abstract: Gemäß der klassischen ökonomischen Theorie der Kriminalität sollte ein Anstieg der erwarteten Strafe (also des Produktes aus Strafwahrscheinlichkeit und Strafmaß) eine Reduktion der Kriminalität bewirken. In der empirischen Analyse gestaltet sich ein Test dieser überschaubar anmutenden Hypothese als äußerst komplex. „Kriminalität" gliedert sich in eine Vielzahl von Deliktgruppen, und die Operationalisierung von „Strafwahrscheinlichkeit" durchläuft im rechtsstaatlichen System die Handlungen und Entscheidungen der Institutionen „Polizei", „Staatsanwaltschaft" und „Gericht" und variiert in den Zahlen zu Aufklärungs-, Anklage- und Verurteilungsquoten sowie in Entscheidungen über Geld-, Haft- und Bewährungs- oder Jugendstrafen. Üblicherweise wird in der empirischen Kriminalitätsforschung nur ein Bruchteil dieser Zusammenhänge gleichzeitig berücksichtigt. Den Autoren der Studie ist es gelungen, dieses Defizit zu überwinden und eine entsprechend umfassende, mit Bundesländerdaten des Zeitraums 1977 bis 2001 der Polizeilichen Kriminalstatistik und der Strafverfolgungsstatistik aufgebaute Datenbank (RegKrimDA) zu erstellen. In der vorliegenden Arbeit werden die Daten und ihre Nutzbarkeit anhand deskriptiver Beschreibungen und einer panelökonometrischen Untersuchung der Wirkung des deutschen Strafverfolgungssystems auf das Aufkommen an Kriminalität in den sechs wichtigsten Deliktgruppen vorgestellt. Die Ergebnisse liefern deutliche Anzeichen für die Wirksamkeit von Abschreckung und somit eine empirische Bestätigung der ökonomischen Theorie der Kriminalität. Als wichtigster kriminalitätsreduzierender Faktor erweist sich die Verurteilungswahrscheinlichkeit von polizeilich ermittelten Tatverdächtigen. Eine konsequentere Verurteilung von prinzipiell anklagefähigen Tatverdächtigen, deren Ermittlungsverfahren in den letzten Jahren immer häufiger von den Staatsanwaltschaften (aus Opportunitätsgründen) eingestellt werden, könnte daher – entgegen der Auffassung weiter Teile der deutschen Kriminologie – sinnvoll sein.
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